Die SG präsentiert am 14.04.2018

 



Aktuelles

Von der SZ am 16.04.2018

Sportgeschichte geschrieben 

Während des ersten UCI Weltcups im Radsport in Kamenz ging es heiß her. Die Weltmeister straucheln. Die Lokalmatadoren werden Letzter – und gefeiert. 

Von Jonny Linke

Sieger der Herzen: Ricardo Slota und Marco Richter von der SG Lückersdorf wurden beim Weltcup vom Publikum gefeiert. Zwischen all den internationalen Stars hatten sie natürlich keine wirkliche Chance. 


Kamenz. Was für ein Wort: Weltcup! Premiere in der Turnhalle am Flugplatz in Kamenz; am Sonnabend ging hier der UCI Weltcup im Radball übers Hallenparkett. Organisiert von der SG Lückersdorf. Es war dabei ein lang gehegter, großer Traum, der für die Lückersdorfer in Erfüllung ging. Und der Anfang lag im Juli letzten Jahres . Der weltweite Ausrichter der spannenden Radballserie gab der SG Lückersdorf den Zuschlag – Heiner Slota und sein Team kamen aus dem Jubel gar nicht mehr heraus. „Das ist eine hohe Ehre für uns, aber auch eine große Herausforderung“, sagte der Vereinschef damals. Und neben der Freude, war auch die Anspannung zu hören. 

Doch die große Herausforderung ist perfekt umgesetzt worden. Wochenlang haben die rund 35 Mitglieder der Abteilung Radball an den Planungen gegrübelt, bis ins letzte Detail organisiert und sogar einen Internet-Livestream für alle Fans in Deutschland und den weiteren teilnehmenden Ländern auf einer namhaften Sportseite zur Verfügung gestellt. 

Schon am Veranstaltungsmorgen strömten zahlreiche Zuschauer in die Halle, um sich die Vorrundenspiele der Zweiradpiloten anzusehen. Und die Nummernschilder der parkenden Autos zeigten deutlich, dass das Interesse weit über Kamenz und Sachsen hinausreicht. Deutlich wurde außerdem: Radball ist etwas für Profis, für Gleichgewichtsfanatiker, für ehrgeizige hoch präzise Sportler. Denn das Tempo, das zwischen dem Vorwärts- und Rückwärtsfahren entscheidet, wird nach Bruchteilen von Sekunden berechnet. Dazu muss auch der Ball präzise mit dem Vorderrad geführt und geschossen werden. Die Füße sind für Ballberührungen in dieser Sportart natürlich tabu. 

Neun Tore erzielt

Für die angereisten Fans bot Kamenz dabei eine wahre Goldgrube an spannenden Duellen. Als Ausrichter für den Weltcup stand der SG Lückersdorf natürlich auch eine sogenannte Wildcard zu, sie waren also als Teilnehmer gesetzt. Mit Ricardo Slota und Marco Richter schickten die Radballer aus Lückersdorf dann auch ihr Spitzenpaar aufs Parkett. „Für uns geht heute ein Traum in Erfüllung – wir spielen zweite Bundesliga und haben jetzt die einmalige Chance, gegen Weltniveau zu spielen“, schwärmt Ricardo Slota. Und schiebt hinterher: „Das fühlt sich fantastisch an!“ Und diese Euphorie nutzten die beiden Lokalmatadoren, auch wenn sie kein Spiel gewinnen konnten. Doch immerhin neun Tore zu erzielen – als Zweitligisten gegen weltweit aktive Spieler – grenzt schon an eine Sensation. „Wir freuen uns riesig, und wie wir von den Fans gefeiert wurden, das war spitze und einmalig“, ist Ricardo Slota am Abend hörbar glücklich. 

Für den passenden Rahmen sorgten übrigens die Kunstradfahrer des RfV 1900 Wiednitz und „Kamenz can Dance“ mit furiosen Tanzeinlagen. Und die Stimmung in der Halle kochte. Am Ende sicherte sich dann die Mannschaft vom RV Obernfeld diesen ersten Kamenzer Weltcup. Und nicht nur die Finalisten zogen den sprichwörtlichen Hut vor den Organisatoren, auch der Kamenzer OB Roland Dantz war voller Euphorie: „Was Heiner Slota und sein Team hier geleistet haben war grandios, sie haben Sportgeschichte in Kamenz geschrieben!“ 

Ob es eine Wiederholung geben wird, lässt Heiner Slota offen. „Man soll niemals nie sagen“, lässt er sich entlocken.


Vom Donnerstag 12.04.2018

Ein Radio Interview mit Holger Büttner und Heiner Slota. 

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-678912.html


Vom Montag 9.04.2018


Mit freundlicher unterstützung vom Radballnetzer.de wird der Worldcup ab 10 Uhr live übertragen.

Hier geht zum direkten Link






Berichte von der SZ:


Fiebern vorm Radball-Weltcup

      Am 14. April wird in der Sporthalle am Kamenzer Flugplatz absolute Weltklasse am Start sein. Aber auch Einheimische wirken mit.

Die Countdown-Uhr auf der offiziellen Homepage des UCI-Radball-Weltcups zählt die Sekunden bis zum Start der Wettkämpfe am 14. April in Kamenz herunter. Nun, sie geht nicht ganz genau, weil sie nicht auf Sommerzeit eingestellt ist – aber auf die eine Stunde Verspätung kommt es gewiss nicht an. Die Radballabteilung der SG Lückersdorf-Gelenau und viele Fans der ganzen Region fiebern auf einen sportlichen Höhepunkt der Extraklasse hin. Zum ersten Mal versammelt sich die absolute Weltklasse in Kamenz. Und für Marco Richter/Ricardo Slota, die für den Gastgeber ein Sonderstartrecht genießen, ist allein das schon eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Sie werden es mit den Besten ihres Metiers zu tun haben. Unter den zehn startberechtigten Paaren sind sowohl das Weltmeistergeschwisterpaar Gerhard und Bernd Mlady vom RMV Stein aus Deutschland, als auch die Weltcupsieger des vergangenen Jahres – Simon König und Florian Fischer vom österreichischen RC Höchst. Aber auch die aktuellen Landesmeister aus Deutschland, Tschechien und aus der Schweiz werden natürlich für das Paar vom Walberg eine Nummer zu groß sein. Sie werden sich auf andere Gegner eher auf Sieg einstellen. Schon ein 9. Platz wäre eine Riesensache.            Am 14. April gibt es einen straffen Zeitplan. Ab 10 Uhr rollt der Ball in 20 Vorrundenspielen, die auf zwei Fünfergruppen verteilt sind. Ab 18 Uhr sind dann die Platzierungs- und Finalspiele geplant. Davor gibt es gegen 17 Uhr die offizielle Eröffnung der UCI – u.a. mit einem Grußwort von Schirmherr OB Roland Dantz. Außerdem steht ein Showprogramm mit Kamenz Can Dance und den Kunstradfahrern von RfV 1900 Wiednitz. Die Siegerehrung soll um 20.30 Uhr stattfinden. (SZ)



Ein Weltcup in Kamenz 

Die Radballer der SG Lückersdorf-Gelenau organisieren einen UCI-Wettkampf. Der 14. April ist eine Herausforderung. 

Von Frank Oehl








© Wolfgang Wittchen

Radball-Chef Heiner Slota (m.) freut sich mit seinem Spitzenpaar Ricardo Slota (l.) und Marco Richter (r.) auf das Weltcup-Turnier in Kamenz. 


Kamenz. Der Radsportweltverband UCI hat die wahrscheinlich schönsten Weltmeistertrikots im Angebot. Es sind die mit den Regenbogenfarben, in die ja auch schon deutsche Sportler geschlüpft sind. Auch im Radball werden sie vergeben – bei den Weltmeisterschaften. Parallel dazu gibt es eine Weltcup-Serie, in der die konstanteste Leistung übers Jahr gewürdigt wird. Für das Finale qualifiziert man sich bei acht WC-Turnieren. Der Start dieser Turnierserie ist in diesem Jahr ausgerechnet in Kamenz. Die Radball-Abteilung der SG Lückersdorf-Gelenau darf das Event ausrichten. Radball-Abteilungsleiter Heiner Slota: „Das ist eine hohe Ehre für uns, aber vor allem auch eine große Herausforderung.“ 

Das Turnier steigt am Sonnabend, dem 14. April, in der Sporthalle am Kamenzer Flugplatz. Hier passen gut und gerne 400 Zuschauer auf die Traversen. Mitorganisator Michael Hübner: „Der Vorverkauf in Form von Kartenreservierung ist bereits angelaufen. Es wäre schön, würden uns viele Radsportfans der Region unterstützen.“ Dabei ist nicht nur an eine positive Stimmungsmache ganz allgemein gedacht. 

Einheimisches Spitzenpaar am Start

Immerhin erhält jeder Gastgeber eines Weltcup-Turniers auch eine Wildcard. Das heißt, dass am 14. April das Spitzenpaar der SG Lückersdorf-Gelenau sogar mit von der Partie ist. Für Marco Richter (30) und Ricardo Slota (33), die sonst in der 2. Bundesliga spielen, wird das natürlich der Höhepunkt ihrer bisherigen sportlichen Laufbahn sein. Sich mit den Besten der Welt zu messen, was kann es  Größeres geben? Natürlich sind Wunderdinge nicht zu erwarten. 

Wenn Richter und Slota am Ende nicht auf dem 10. und damit letzten Platz einkämen, wäre das ein Riesenerfolg. Und womöglich wachsen die beiden ja über sich hinaus? Eine Generalprobe gibt es für sie übrigens bereits am 3. März, wenn ab 14 Uhr das Heimturnier in der 2. Bundesliga an gleicher Stelle, also in der Sporthalle am Flugplatz, über die Bühne geht. Auch die Fans könnten schon mal das Anfeuern üben ... 

„Wir packen das“ 

Auf die SG-Verantwortlichen ist viel Arbeit zugekommen. Rund 6 000 Euro müssen aufgebracht werden, um das Turnier finanziell zu stemmen. Das Geld kommt über Sponsoren zusammen, aber die Man-Power muss der Verein mit seinen 200 Mitgliedern schon allein stemmen – wobei der Hauptpart natürlich von der Abteilung Radball getragen wird. 

„Wir packen das“, ist sich Radball-Chef und Trainer Heiner Slota, früher selbst ein Spitzenradballer, aus Erfahrung sicher. Die Geschichte des Vereins, der heute leistungssportlich auch Classic-Kegeln und Tischtennis betreibt, ist eng mit dem Bike verbunden. 1907 wurde „Frohe Fahrt Gelenau“ gegründet – mit einer Reigen-Kunstfahr-Gruppe. Zwischen den Weltkriegen kam dann das Straßenradfahren dazu, und seit 1962 wird Radball wettkampfmäßig betrieben. 

Der 14. April wird der Höhepunkt einer 110-jährigen Vereinsgeschichte. Und er soll es auch in der Stadt werden, wo auch das Rathaus Unterstützung zugesagt hat. Im Rahmenprogramm werden z.B. Kamenz Can Dance und die Kunstradfahrer des RfV Wiednitz zu sehen sein. Das Turnier beginnt um 10 Uhr, die Finalspiele um 18 Uhr.